Corona-Impuls #5: Wo findet man Halt und Führung in Zeiten der Krise?

Klientin:

Ich bin so wütend darüber, dass es nicht so läuft, wie ich es gewohnt bin. Wie ich es planen kann. Das macht mich fix und fertig. Ich bin es gewohnt die Dinge zu planen und normalerweise habe ich meinen Alltag damit gut unter Kontrolle. Aber jetzt? Es ist alles so chaotisch. So vieles ist neu. So vieles ist anders. Das ist mir einfach zu viel. Wie gehen die anderen damit um? Manchmal will ich am liebsten heulen, aber in solchen Zeiten darf man ja nicht auch noch in Verzweiflung verfallen. Das macht es doch nur noch schlimmer. Oder wäre es ok diese Überforderung einfach Mal zu zulassen? Mich mit meiner Hilflosigkeit zu erlauben und zuzugeben, dass ich keinen blassen Schimmer davon habe, was das Leben gerade von mir erwartet. Alle Abläufe und alle Strukturen sind so schnell verändert worden und ich habe das Gefühl ich komme da nicht mehr richtig mit. Ich bin jetzt keine alte Frau, aber irgendwie belastet es mich doch alles mehr als ich vermutet hätte. Geht es ihnen ähnlich?

Coach:

Ja es ist alles unglaublich viel und auch ich habe keine Ahnung in welche Richtung dies alles geht und stehe immer wieder da und spüre mein überfordertes inneres Kind.

Klientin:

Ihr inneres Kind?

Coach:

Ja, es braucht ganz viel Fürsorge und Aufmerksamkeit von mir in dieser unklaren Zeit. Es ist so viel Veränderung auf einmal nicht gewohnt und es hat Angst und will sich geborgen fühlen.

Klientin:

Davon habe ich ja noch nie gehört. Ein inneres Kind? Was soll ich damit anfangen? Ich bin schon überfordert mit meinen Kindern zu Hause und jetzt soll ich mich auch noch um mein inneres Kind kümmern? Kann mir Mal jemand eine Pause gönnen? Wer kümmert sich denn um mich? Wo bitte soll ich die ganze Kraft für all das hernehmen? Ich habe vor der Krise schon am Anschlag gearbeitet bzw. gelebt. Aber jetzt habe ich das Gefühl bricht alles so langsam über mir zusammen. Die Fäden die ich sonst so gut in der Hand halte, geraten mir aus der Kontrolle und ich habe niemanden an den ich mich wenden kann. Ich bin alleinerziehend und habe wirklich niemanden der mich im Alltag unterstützt. Ich pfeife auf dem letzten Loch. Am liebsten würde ich mich bis dieser Schrecken zu Ende ist, in einer Höhle verkriechen und Winterschlaf halten. Soll sich doch jemand anderes um all die wichtigen Dinge kümmern.

Coach:

Ja, in solchen Momenten der Überforderung wollen wir am liebsten alles hinschmeißen und jegliche Verantwortung loslassen. Mein inneres Kind reagiert dann oft mit Rückzug, Boykott oder Resignation. Erst wenn ich es schaffe ihm wieder Halt und Zuversicht zu geben, kommt die Energie und mein Tatendrang wieder zurück.

Klientin:

Und wie geben sie ihrem inneren Kind diesen Halt und diese Zuversicht? Ich fühle mich, als hätte ich was das betrifft einen leeren Vorratsschrank und weiß überhaupt nicht wo ich Halt finden soll. An wem kann ich mich denn noch festhalten? Es gibt ja niemandem auf den man sich in solchen Zeiten verlassen kann. Der Regierung traue ich das nicht zu. Sie haben auch keine Berücksichtigung für Fälle wie mich. In diesem Fall hilft mir gerade auch keine Geldspritze weiter. Ich brauche Lösungen. Lösungen wie ich mit meinen Gefühlen umgehe, Lösungen wie ich am besten meine Verantwortung trage. Lösungen wie ich dafür sorge, nicht auszubrennen. Ich habe dafür noch keine Lösungsvorschläge von der Regierung gehört. Ich glaube auch nicht, dass sie noch folgen werden. Wer redet denn über die seelischen Folgen, die diesen rapiden Maßnahmen mit sich bringen? Haben die sich darüber überhaupt Gedanken gemacht? Bald sind die Kliniken noch mit Patienten wie mir überfüllt, die durch das ganze Chaos in einem Burn-Out landen. So war das bestimmt auch nicht geplant.

Coach:

Sie suchen Halt und Orientierung nicht wahr? Jemandem dem sie in all dieser Unsicherheit vertrauen können. Dessen Führung ihnen Halt gibt.

Klientin:

Ja genau. Besser hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können. Danke für diese Klarheit. Jetzt kommen mir tatsächlich die Tränen. An wessen Führung kann ich mich denn noch orientieren? Welchen Richtlinien und Standards kann ich folgen, ohne mich in der völligen Überforderung wiederzufinden? Ich habe jeglichen Leitstern und völlig die Orientierung verloren. Es ist so unklar wie es weitergeht und in welche Richtung ich muss. Niemand zeigt mir was jetzt der richtige Weg für mich ist. Das macht mich sehr traurig und es lässt mich erkennen, wie sehr ich diese Fähigkeit all die Jahre aus der Hand gegeben habe. Was ist denn eigentlich mit meiner inneren Führung? Kann ich die nicht in solchen Zeiten finden und mich in der Tiefe auf mich selbst verlassen? Ich habe das nie gelernt aber ich spüre einen kleinen Funken Sehnsucht danach in mir aufkeimen. Was wenn ich den Halt und die Orientierung die ich so dringend brauche gar nicht mehr in Außen finden kann? Was wenn es an der Zeit ist, den Zugang zu ihr in meinem Inneren zu finden? Wäre ich gerade nicht so überfordert, würde mich diese Frage fast in eine gewisse Neugierde versetzen. Die Neugierde auf ein neues Abenteuer. Aber vielleicht vertagen wir das aufs Nächste Mal und jetzt erlaube ich mir einfach mal müde, hoffnungslos und durch zu sein. Man muss ja nicht immer über den Dingen stehen und darf sich ein bisschen Schwäche und Hilflosigkeit sicher Mal erlauben. Alleine das lässt mich schon entspannter fühlen.

Ja, vielleicht muss ich gar nicht alles alleine im Griff haben und kann mein Leben auch mal ein bisschen auseinanderfallen lassen. Das fällt gerade wahrscheinlich eh niemandem auf. Und falls es schief geht, kann ich es am Ende immer auf Corona schieben und muss mich nicht für mein persönliches Versagen schuldig fühlen. Eigentlich bescheuert, dass man erst eine Pandemie braucht, um sich von diesem Schuldgefühl befreien zu können. Aber nun gut, wenn ich auch das annehme, dann spüre ich einen leichten Frieden zurückkehren. Dann bin ich eben mal nicht perfekt, gönne mir eine Pause vom „alles richtig machen müssen“. Wer weiß vielleicht ist diese Krise doch gar nicht so schlecht wie ich bisher angenommen habe.

Unser Blog „Corona-Inspirationen“ – Imagine your way into the future!

Wir haben uns überlegt, dass es doch sinnvoll sein könnte die Corona Krise auch einmal von einer anderen Seite zu betrachten. Im Moment dominieren, Infizierten Zahlen, Tote, Grenzschließungen, Wirtschaftskollaps und weitere Schreckensszenarien die Medien. Wie wäre es da mit einer Quelle, die anstatt den „furchtbaren“ Virus, seine desaströsen Folgen oder das Krisenmanagement, mal einen ganz anderen Fokus setzt. Lösungsfindung aber Mal anders. Keine Abhandlungen zum Troubleshooting oder Anleitungen um elegant durch die Krise zu kommen, sondern Geschichten die die eigene Fantasie anregen.

Unserer Fantasie wird in Zeiten von Krisen nämlich viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wir denken immer wir müssten möglichst kühl und rational durch Gefahren hindurch navigieren aber in einem Fall, in dem all unsere bisherigen Erfahrungen nicht reichen und wir nicht Mal mehr wissen welche Gefahr überhaupt noch auf uns zusteuert. Braucht es mehr als kühle Kalkulation. Es braucht Fantasie, Kreativität und eine außergewöhnliche Vorstellungskraft, die uns jenseits des Status Quo bringt. Denn neue Lösungen finden wir nur dort wo wir noch nicht waren. Und die Welt die nach Corona auf uns wartet, wird eine Neue sein. Je mehr wir unsere Fantasie aktivieren. Umso mehr Ideen werden wir finden, umso mehr neue Lösungen werden wir umsetzen können und umso aktiver können wir die neue Zeit mitgestalten.

Lass dir nicht von den Medien einreden, du kannst gerade nichts machen außer warten. Denn das stimmt nicht. Du kannst beginnen zu träumen, dir eine Zukunft auszumalen, die noch mehr von dem bringt, was du dir für dein Leben wünschst. Du kannst dich um dein inneres Kind und deine Seele kümmern und musst dich nicht ohnmächtig in Angst und Starre halten lassen. Wir sind grandios kreative Wesen. Wir haben es geschafft auf den Mond zu fliegen, das Internet zu entwickeln und das Hamsterrad erfunden. Wir werden es jawohl gemeinsam schaffen, das Hamsterrad auch wieder abzuschaffen. Es gab vielleicht nie eine bessere Zeit dazu als jetzt.

Lass dich nicht entmutigen, sondern nimm deine Gestaltungskraft in die Hand. Nutze den Freiraum des Stillstandes und verbinde dich mit deiner eigenen Schöpferkraft und Fantasie. Und um dich dazu zu inspirieren, dir Ideen zu schenken und dich an meiner Fantasie teilhaben zu lassen, schreibe ich diesen Blog. Ich werde Geschichten und Dialoge mit dir teilen, die dich eintauchen lassen in eine ganz neue Sichtweise auf das Thema. Lass dich überraschen, inspirieren und dein Herz berühren. Viel Spaß mit unseren neuen Corona-Inspirationen.